Zynismus, Tod und Ärzte, ein Auszug aus dem Leben…

Nachdem ich heut vom diest gekommen bin und eben diesen Artikel las über den Zynismus der Ärzte, kann ich gleich einen mit dazugeben. Nach nichtmal längerem darübernachdenken würde ich stunden erzählen können.  

Gestern in der Notaufnahme, adipöse Patientin bekommen. Ach ja in diesemfalle mit dem Schwerlasttransport um die 180-200Kg.
Als 9 Personen, also zwei Krankenschwestern zwei Krankenpfleger knieend auf dem Bett, ein Notarzt und die vier Feuerwehrmänner standen auf der anderen seite der Schwerlasttrage kurz davor anzufangen sie in das Bett umzulagern, meinte ich ausversehen: „Die müssen wir aber jetzt nicht heben oder?“
Ich erntete nur massenweise gelächter . Klar liegt sie seit ewigkeiten und hatte dafür keine roten Druckstellen auf dem Rücken und dem Po und konnte schon seit sehr langer Zeit nicht aufstehen. 
Ich wollte sie nicht beleidigen, aber es schoss mir einfach durch den Kopf.

So, aber nun warum ist das so?
Man kann das schon unterscheiden, es gibt Zynische Menschen und nicht zynische Menschen. Dies ist sicherlich vom Personentyp abhängig und danach richtet sich aber auch die Fachrichtung aus. Ich kenne nicht wirklich einen Chirurgen der so verbittert ist das er nicht einen Spruch ab gibt am Tag. 

Internisten sind da etwas trockener aber manche verstehn spass und sie können, sofern sie der deutschen Sprache mächtig sind, auch damit umgehen.

Gynäkologen, naja, ich kenne nicht so viele, aber dann doch etwas zurückhaltender bis recht starr, die die ich mitbekommen habe, weil sie gebären ja auch und schaffen neues Leben heran. 

Neurologen, kommen dem Internisten gleich, sie haben es drauf, es schlummert in ihnen und manchmal muss man es nur wecken.

Pädiater kenn ich kaum einen, aber sehr zurück halten wenn man sie erlbent.

Radiologen sind durchwachsen und muss man dazu kitzeln.

Urologen kommen den Chirurgen gleich und haben immer was auf Lager.

 

Aber warum tun wir dies. Es sind ja nicht nur die Ärzte und ich möchte das Pflegepersonal hierbei nicht vergessen. Es ist ein wesentlicher bestandteil. Ich würde in der ambulanz nicht überleben ohne Zynismus. 
 Es ist mehr, wir versuchen dadurch vielleicht Dinge zu kompensieren, manches erträglich zu machen, Leid lassen wir meistens ja nicht an uns heran, weil das würde uns zerstören, aber auf diese weise gibt es immer etwas worüber sich etwas sagen lässt. Dies ist nie persönlich gemeint, meistens hat man vieles schon nach wenigen Minuten wieder vergessen und wir klagen keinen an wiel er so ist, wie er ist. Man ist freundlich und vielleicht mag man glauben das man hintenherum verkehrt ist, aber dem ist nicht so, weil es nicht persönlich ist. Die Arbeit ist manchmal am Rande des Wahnsinns, die Ambulanz voll, Patienten auf dem Flur, was nicht sein soll und darf, was wir uns nicht wünschen und und immer wieder einen auf den Deckel bekommen, aber was tun mit dem nächsten Patient der dringend einen Monitor Bettplatz benötigt und der herausgeschoben wird, welcher stabil ist und bald verlegt werden kann. 

Und dabei schlägt der Zynismus eben durch. Vielleicht versteht es auch jemand und verurteilt es nicht negativ. Allerdings beschreibt der Artikel dinge welche noch recht harmlos sind. Aber Chirurgen und Urologen gehen dabei weit unter die Gürtellinie, zeitweise. 

Ansonnsten ist es genauso schwer mit dem Tod klar zu kommen. Menschen fühlen sich hilflos weil sie keine verantwortung übernhemen können. Neulich, irgendwann eine Junge Frau mit Herzrasen zeitweise und Hyperventilation, frage ist dann, was war zuerst da? Das Herzrasen und deswegen die Hyperventilation oder andersherum. Tja nach ein paar Minuten gespräch stellte sich beziehungsprobleme heraus. Sie wusste nicht damit umzugehen, hat dies scheinbar nie gelernt. Schade. Ihre Freundin konnte nicht helfen, aber reden reicht dabei manchmal schon. 

So ist dies auch mit dem Tod, obwohl das wieder noch ein viel grösseres Thema ist und nicht damit zu vergleichen. Wann ist es Zeit zu gehen? Wieviel muss man tun? Alles sehr schwer und keiner möchte das entscheiden. Ich denke ich würde es für meine Angehörigen tun, vielleicht tue ich ihnen einen gefallen damit, vielleicht hab ich mich damit beschäftigt, weil ich muss. Vielleicht bin ich ein emotionslos gehobelter Mensch. Wer weiss.

Das Leben ist am Ende eben nicht einfach wenn man gehen will, nur einfach wenn man gehen muss.  Aber nur für einen allein.

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