der Spiegel

<!– @page { size: 21cm 29.7cm; margin: 2cm } P { margin-bottom: 0.21cm } –>An einem Morgen im September wird er geweckt durch die Sonne, mit welcher er nicht gerechnet hat. Ein Blick auf den Wecker, sechs Uhr, verdammt, ein freier Tag und schon wach. Die Decke über den Kopf ziehend, drehte er sich auf die rechte Seite und von dort dann ein paar unruhige Momente später wieder auf die linke Seite. Als er endlich das Kopfkissen auf das Gesicht drückt trübt er genüsslich ein. Es währt nicht lange und er wacht erneut auf. der erste Gedanke war wieder, verdammt immer noch zu zeitig. Manche Tage sind einfach nicht seine. Aufstehen, Zähne putzen, und dabei das erste mal nach 24h wieder im Spiegel ansehen. Der Spiegel sagte zu ihm: „Du siehst matschig aus, war wohl spät gestern, hast nicht mehr vorbei geschaut, ach, und Rasieren wäre auch nicht verkehrt mal wieder.“

Er schob sich Wasser in die Augen, spülte sich wie jeden Morgen die Ohren. Denn er musste sich immer auf sein Gehör verlassen, denn das war sein ein und alles. Klar konnte er sehen, aber das hören war sein Beruf.
Er schaut in den Spiegel und meinte: „Du musst mir hier nicht sagen was ich tun und was ich lassen soll, das kann ich schon selbst. Und, ja, ich fühle mich matschig, klar war spät gestern, und ich bin nicht verpflichtet bei dir vorbei zu sehen. Du Hängst den ganzen Tag hier herum und schaust die Fließen an. Und du bist die die mir dann Tipps gibt. Danke“.

„Red nicht so mit mir, das hab ich nicht verdient. Wenn du meinst ich solle mal raus kommen, dann nimm mich doch einfach einmal mit nach draußen. Satt hab ich es immer dasselbe anzusehen, niemand außer dir kommt vorbei, keiner will etwas wissen oder sehen. Die ein zigsten die sich blicken lassen sind die Silberfische mit denen du in einem Bett schläfst.“

„Ich soll dich mitnehmen? Das ist dein ernst?“

„Ja, ich will raus hier!“ schrie der Spiegel.
„Okay, dann nehme ich dich heute einmal mit nach draußen, ich mach mir noch einen Café und dann ziehen wir los.“

Er ging in die Küche, schüttete den Kaffee in die Kaffeemühle, Wasser aufgesetzt und dann angezogen. Klar keinen Anzug, weil so etwas besaß er nicht. Dann, Musik angeschaltet, den Stuhl auf den Balkon gestellt, den Kaffee aufgegossen. Die Tasse Kaffee stellte er an den Rand des Balkons, ging zurück ins Bad und nahm den Spiegel ab. „So, nun geh ich dich mit raus, und dann Frühstücken wir gemeinsam.“

„Oh, fein!“ sagte der Spiegel.

Zu zweit gingen sie auf den Balkon, stellte ihn an das Fenster mit Blick zur Stadt. Er nahm ein Buch in die Hand und begann laut zu lesen. Das Buch war etwas abgegriffen, aber dennoch wundervoll. Eine Traurige Geschichte über einen Mann, welcher eines morgens als Käfer erwacht ist.

Sie saßen eine ganze weile auf dem Balkon, Wolken schoben sich zwischenzeitlich vor die Sonne und verzogen sich wieder. Der Spiegel sah dies alles und saugte es auf damit er für später noch etwas hat.

Nachdem er geendet hatte, die Sonne stand schon im Süden, meinte er zum Spiegel: „Du bist vielleicht nur ein Spiegel, und Arme, Beine und Füße hast du nicht, aber dennoch bist du immer furchtbar ehrlich und das mag ich so an dir.“ Er küsste ihn auf die rechte obere ecke und schloss dann die Augen.

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